Schöllkraut: Heilwirkung und Anwendung

Das Schöllkraut wächst gerne an Mauern und liebt die Nähe zu Häusern. Der gelbe Saft, der beim Abbrechen des Pflanzenstieles hervortritt, ist ätzend und hautreizend. Äußerlich angewendet kann der Frischsaft direkt auf Warzen, Schwielen und Hühneraugen aufgetragen werden. Diese wertvolle Heilpflanze kann auch bei anderen Symtomen zur Anwendung kommen, lesen Sie hier mehr dazu.

Das Schöllkraut ist eine zwei- bis mehrjährige, krautige Pflanze. Sie erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 70 cm. Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober. Wussten Sie, dass die Blüten bei kühlem, regnerischem Wetter geschlossen sind und sich die Blütenstiele absenken? Die Pflanze bildet ein verzweigtes Rhizom. Ihr Milchsaft ist gelb, ätzend und hautreizend, er schmeckt scharf und bitter.
Schöllkraut giftig Wichtig zu wissen ist, dass die Pflanze bei zu hoher Dosierung giftig ist. Ein hoher Anteil an giftig wirkenden Alkaloiden sind hauptsächlich in der Wurzel und im Saft enthalten. Besonders im Oktober ist der Alkaloidgehalt hoch.
Gut zu wissen ist, dass sich im getrockneten Kraut die Giftigkeit verliert. Der Gehalt an Giftstoffen ist je nach Pflanze, Standort und Zeitraum unterschiedlich. Daher kann auch die Giftwirkung des Schöllkrauts ganz unterschiedlich sein.



Äußerlich kann der Saft des Schöllkrauts die Haut reizen oder auch Allergien auslösen, er wirkt jedoch nicht toxisch. Als Teezubereitung in normalem Maße getrunken, ist das getrocknete Kraut, auch bei innerlicher Anwendung, ungefährlich.
Vorsicht bei Schöllkraut Vorsicht ist bei der Einnahme von frischem Presssaft geboten, dieser sollte nur in Kleinstmengen eingenommen werden.

Maria Treben empfahl die Anwendung des Schöllkrauts zur Stärkung der Augen. Dazu nehmen Sie ein frisches gewaschenes Schöllkrautblatt mit sauberen, feuchten Händen. Zerreiben Sie den Stengel des Blattes zwischen Daumen und Zeigefinger. Die Flüssigkeit, die austritt, streichen Sie über die Augenlider und in die Augenwinkel, niemals direkt in die Augen. Durch diese Anwendung soll die gute Sehkraft erhalten bleiben und das Augenlicht soll schleier- und fleckenlos bleiben.

Heilwirkung:

  • krampflösend
  • hautreizend
  • antibakteriell
  • beruhigend
  • fungizid
  • menstruationsregelnd
  • schmerzstillend
  • schweißtreibend
  • zellwachstumshemmend

Anwendung bei:

  • Leberschwellung
  • Gallenblasenentzündung
  • Gallenstauungen
  • Gallengries
  • Rheuma
  • Gicht
  • erweitert die Herzkranzgefäße
  • Menstruationskrämpfe
  • Reiz-und Krampfhusten
  • Asthma
  • Magenschmerzen
  • Warzen
  • Hühneraugen
  • Schwielen

Verwendung von Schöllkraut:

Für die innere Anwendung:
Den Frischsaft können Sie innerlich anwenden, allerdings soll eine Höchstdosis von 20 Tropfen täglich nicht überschritten werden. Innerlich angewendet hat das Schöllkraut eine entkrampfende Wirkung und ist wohltuend bei Leber- und Gallenleiden, krampfartigem Husten und Asthma und bei Menstruationskrämpfen.

Für den Teeaufguss verwenden Sie folgende Menge:

Der Tee wirkt weniger stark als die Tinktur oder der Presssaft. Wir empfehlen Ihnen für den Tee 1 EL getrocknetes Kraut mit 1/4 l heißem Wasser aufzugießen. Lassen Sie den Tee 7 min ziehen, anschließend abseihen. Trinken Sie 3 x täglich zwischen den Mahlzeiten eine Tasse von dem Tee. Eine Anwendung über einen Zeitraum von 4 Wochen hinaus wird nicht empfohlen.

Die Tinktur können Sie innerlich anwenden. Sie brauchen:
Eine Handvoll blühendes Schöllkraut und kleingeschnittene Schöllkraut-Wurzel und 1/2 l hochprozentigem Kornbrand. Die Pflanzenteile geben Sie in ein Schraubglas, bedecken diese mit dem Kornbrand, dann verschließen Sie das Glas und stellen es an einen warmen und sonnigen Platz. Lassen Sie den Ansatz 14 Tage reifen. Seihen Sie ihn dann ab und füllen die so gewonnene Tinktur in eine dunkle Flasche. Bei Magenschmerzen, bei Gallenleiden, Rheuma und Gicht wird empfohlen, 3 x täglich 5 Tropfen in etwas Wasser einzunehmen.

Für die äußere Anwendung:
Der frische Milchsaft des Schöllkrautes wirkt viruzid und hemmend auf das Zellwachstum, somit ist er für die äußere Anwendung bei Warzen, Hühneraugen und Schwielen geeignet. Brechen Sie einen Pflanzenteil vom Schöllkraut ab, der hervortretende Saft wird dann direkt auf die Warze, das Hühnerauge oder die Schwiele getupft. Da der Saft leicht ätzend wirkt, sollte er nur auf die betroffene Hautpartie und nicht auf die umliegende Haut verteilt werden. Die betroffene Hautstelle sollte mehrmals täglich über einen Zeitraum von 2-4 Wochen mit diesem Frischsaft betupft werden.

Wichtige Inhaltsstoffe:

  • Alkaloide
  • Coptisin
  • Chelidonin
  • Chelidoxanthin
  • Berberin
  • Cheleythrin
  • Sanguinarin
  • Glaucin
  • Glaukopikrin
  • Protopin
  • Spartein
  • Chelidonsäure
  • Glauciumsäure
  • Flavone
  • Bitterstoffe
  • Ätherische Öle

Sammelzeit:

Die Blütezeit ist von April bis September, in dieser Zeit können Sie die Pflanzenteile sammeln.

Anderer Name:

  • Aflkraut
  • Augenkraut
  • Blutkraut
  • Bockskraut
  • Geschwulstkraut
  • Gilbkraut
  • Goldkraut
  • Gottesgabe
  • Herrgottsblatt
  • Herrgottsgnade
  • Himmelsgabe
  • Krätzenkraut
  • Marienkraut
  • Nagelkraut
  • Schälerkraut
  • Schellkraut
  • Schinnkraut
  • Schindwurz
  • Schwalbenkraut
  • Teufelsmilchkraut
  • Trudenmilchkraut
  • Warzenkraut
  • Ziegenkraut

Chelidonium majus (lateinischer Name)

Hinweise:

Vorsicht bei Schöllkraut Schöllkraut ist giftig und wirkt ätzend.

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