Schlehdorn: Heilwirkung und Anwendung

Der Schlehdorn, kurz auch Schlehe genannt, ist ein bei uns in Europa, in Vorderasien und Nordafrika heimischer Strauch, der bis zu 3 m groß werden kann. Seine Pflanzenteile können als natürliches Heilmittel bei verschiedenen Symptomen zum Einsatz kommen.

Die kleinen weißen Blüten bildet der Schlehdorn im März und im April, lange vor dem Laubaustrieb. In der Blütezeit ist diese Pflanze leicht mit dem Weißdorn zu verwechseln. Der Unterschied ist, dass die Schlehe keine Blätter zur Blütezeit ansetzt. Der Weißdorn hingegen bildet Blüten und Blätter zeitgleich.
Der Schlehdorn bevorzugt sonnige Standorte an Weg- und Waldrändern, felsigen Hängen oder in Gebüschen, bei eher kalkhaltigen Böden. Auch als Heckenpflanze ist er anzutreffen. Er vermehrt sich durch Aussaat und durch Wurzelausschläge.
Die Blüten können Sie mit Zuckerwasser benetzen und trocknen lassen. Beliebt sind die Früchte, die nach dem ersten Frost geerntet werden. Durch das Frosten verlieren die Schlehen etwas von ihren herb-sauren Geschmack.

Sie können die Früchte dann roh verzehren oder als Mus passiert verwenden. Aus dem Mus lassen sich dann Säfte, Spirituosen oder Marmelade herstellen. Die Früchte können Sie auch getrocknet als Teezubereitung verwenden. Die frischen Blätter, die nach der Blütezeit im Mai gebildet werden, eignen sich frisch gehackt oder getrocknet als Küchen- und Bratgewürz.

Heilwirkung:

  • mild abführend
  • adstringierend
  • entwässernd
  • blutreinigend
  • krampflösend
  • schleimlösend

Anwendung bei:

Verwendung von Schlehenblüten und Schlehenfrüchten:

Für die innere Anwendung mit den Blüten:
Für den Teeaufguss aus Blüten verwenden Sie folgende Menge:
Verwenden Sie 2 TL voll getrocknete Blüten und übergießen diese mit 250 ml aufgekochtem, anschließend leicht abgekühltem Wasser. Das Wasser sollte nicht heißer als 70° C sein. Für die Teezubereitung mit frischen Blüten verdoppeln Sie die Menge und verwenden 4 TL auf 250 ml. Der Tee aus den Blüten wirkt leicht abführend, blutreinigend, unterstützt die Blasen- und Nierenfunktion und kann bei Gicht und Rheuma hilfreich sein. Ebenso wird Tee aus Schlehenblüten bei Husten empfohlen.

Für das Schlehenelexier verwenden Sie die folgenden Zutaten:
Nehmen Sie 2 Handvoll frische Schlehenblüten. Füllen Sie diese in ein Schraubglas und geben 2 EL Honig darüber. Gießen Sie den Ansatz mit 3/4 l trockenen Weißwein auf. Stellen das Glas mit dem Ansatz für 2 Wochen an einen hellen Platz und schütteln Sie es täglich vorsichtig. Der Honig löst sich nach und nach auf. Wenn sich der Honig ganz aufgelöst hat, seihen Sie den Ansatz ab und füllen Sie das Elexier in eine dunkle Flasche um. Sie können davon täglich ein Schnapsglas voll trinken. Das Elexier kann gegen Frühjahrsmüdigkeit und stärkend auf Ihr Immunsystem wirken.

Für die innere Anwendung mit den Früchten:
Ebenso kann der frisch verdünnte Saft aus den Schlehenfrüchten bei Schleimhautentzündungen im Mund hilfreich sein. Verwenden können Sie bei Entzündungen der Mundschleimhäute auch einen Tee zum Spülen. Verwenden Sie dazu 2 TL der getrockneten Früchte und übergießen diese mit 250 ml kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee10 min ziehen und seihen ihn dann ab. Spülen und gurgeln Sie mit dem Tee mehrmals täglich.

Der durch Vergärung der Früchte gewonnene Schlehenwein kann blutreinigend wirken, die Abwehrkräfte stärken und bei rheumatischen Beschwerden helfen.

Wichtige Inhaltsstoffe:

Blüten:

  • Flavonoide (Quercitrin, Rutin, Hyperosid)
  • Blausäureglykosiden

Früchte:

  • Anthocyane
  • Gerbstoffe
  • Zucker
  • Vitamin C
  • Fruchtsären

Sammelzeit:

Die Blüten sammeln Sie in den Monaten März und April.
Die Früchte werden nach dem ersten Fost geerntet, ab Ende September bis in den Dezember rein.

Anderer Name:

  • Schlehe
  • Schwarzdorn
  • Haferpflaume
  • Heckendorn
  • Deutsche Akazie

Prunus spinosa (lateinischer Name)

Hinweise:

Gegenanzeigen sind nicht bekannt.

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