Propolis, das Hausmittel aus dem Bienenstock

Früher war Propolis viel mehr als “nur” ein Hausmittel, die Griechen in der Antike nutzen es genauso rege wie die alten Römer oder die Ägypter. Es galt über viele Jahrhunderte als Antiseptikum bei Wunden.

Bei den Inkas wurde mit Propolis Fieber behandelt und zu den Zeiten des geschichtlichen Umbruchs wurde es den Kriegern als Wundheilmittel mit in die Schlacht gegeben.

Die Zeiten änderten sich, die Wissenschaft entdeckte Penicillin und Propolis geriet so langsam in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren erlebt das alte Hausmittel aus dem Bienenstock eine echte Renaissance.

Sogar die Wissenschaft entdeckte das Kitt der Bienen neu.

Propolis - eine kleine Definition

Propolis wird von Honigbienen hergestellt. In einem Bienenstock leben Tausende von Bienen auf engstem Raum zusammen, genauer: Bienenvölker mit zwischen 30.000 und 70.000 Tieren sind normal.

Ein Teil der Bienen arbeitet im Inneren, ein Teil fliegt aus, um zu sammeln. Da wird beileibe nicht nur Nektar für den süßen Honig gesammelt, auch Blütenpollen und Baumharz muss herangeschafft werden. Letzteres bildet die Grundlage für Propolis, denn das Harz junger Knospen oder verletzter Bäume ist mit antibakteriellen Substanzen gespickt.
Die Biene schabt sich also den harzigen Stoff ab und reichert ihn zugleich mit körpereigenen Enzymen an.

Hat sie ihre Ladung Baumharz eingesammelt, bringt sie die wertvolle Fracht zurück in den Bienenstock, wo sich die dortigen Arbeiterinnen um die Weiterverarbeitung kümmern. Bei den Bienen geht es recht gesittet und streng nach Plan zu, ergo nehmen sich die Stockbienen gleich das vorbereitete Harz vor, reichern es weiter mit Enzymen an, kauen es durch und erzeugen auf diese Weise eine klebrige Substanz, die sie sofort überall dort auftragen, wo sich Keime einschleichen könnten: Am Einflugloch, in Ritzen, Fugen, undichten Stellen und über Fremdkörper. Letzteres wiederum macht sich der Imker zunutze, indem er ein feines Gitter im Stock anbringt, welches als vermeintlicher Fremdkörper sofort von den Tieren mit Propolis behandelt wird.

So gewinnen Imker Propolis.

Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten? Kaum eine Chance im Bienenheim

Propolis wirkt im Bienenstock wie ein Antiseptikum - die Menschen zu früheren Zeiten hatten also intuitiv recht. Keime werden durch Propolis am Wachstum gehindert, drohende Infektionen verlaufen leicht oder treten erst gar nicht auf.

In den 1960er Jahren untersuchte ein Forscher einen toten Bienenkörper und fand nichts. Keinen Keim, keinen Erreger, keinen Parasit. Heute weiß man, dass Propolis dafür verantwortlich ist, dass es in einem Bienenstock fast schon steril zugeht. Das erstaunt hauptsächlich aufgrund der Rahmenbedingungen, denn die sind für Keime sind die Bedingungen eigentlich ideal:

→ 35 Grad, hohe Luftfeuchte, reichhaltiges Nahrungsangebot.

Und doch - ein Bienenstock ist durch Bienenkitt relativ keimfrei.

Was ist drin im Bienenkitt?

Harz ist die Basis des Kitts, rund 55 Prozent davon ist im Propolis enthalten. Hinzu kommen noch Pollenöle, Wachsanteile, ätherische Öle (je nach Ursprungsbaum) und bieneneigene Enzyme.

Als wertvolle Substanzen machen die Flavonoide von sich reden, die in einem nicht unerheblichen Anteil in der Propolis vorkommen, abgerundet durch Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Propolis als Hausmittel

Wir wirkt das Kitt als Hausmittel?

Zugegeben, es ist klebrig, es riecht etwas streng und dennoch ist es ein ausgezeichnetes Hausmittel.

Natürlich ist Propolis kein Medikament und darf als solches nicht eingesetzt, empfohlen oder bezeichnet werden, dennoch hat es als Hausmittel eine gewisse Aufmerksamkeit verdient.

  • Herbstzeit - Zeit für Husten und Schnupfen

Viele Anwender nutzen das Bienenkitt zur beginnenden Erkältungszeit, um den Viren den “Zugang” schon mal zu erschweren. Wer das Bienenkitt kurmäßig einsetzen möchte, nimmt einige Zeit vor den ersten sich verfärbenden Herbstblättern Propolis in Kapselform zu sich. Alternativ gibt es leckeren Propolis Sirup, der sogar von Kindern recht gerne eingenommen wird.

  • Hautprobleme

Sie neigen zu Pickeln? Abszessen? Haut- oder Nagelpilz? Bei solchen Beschwerden gilt Propolis als wirksames Hausmittel, sollte allerdings nur nach ärztlicher Absprache angewandt werden.

  • Stimme weg?

Es gibt sie, diese schlimmen Halsschmerzen, die einem die ganze Kraft rauben können. Geben Sie einige Tropfen Propolis Tinktur ins Gurgelwasser und gurgeln Sie ein paar Mal am Tag damit.

  • Insektenstiche

Die kleinen Biester können ordentlichen Schaden anrichten, wenn sie uns stechen. Betupfen Sie die betroffenen Stellen mit etwas Propolis Tinktur oder mit einer Salbe, die das Bienenkitt enthält.

  • Sonnenbrand

Einen leichten Sonnenbrand lindern Sie mit einer Propolis Salbe, die sie sanft und vorsichtig auf die Bereiche auftragen, die betroffen sind.

  • Wunden und Verletzungen

Kleine Wunden und Verletzungen lassen sich gut mit einer Propolis Tinktur oder Salbe behandeln. Dabei sollte das Bienenkitt über die Wundränder hinaus aufgetragen werden, damit sich keine Keime darüber “einschleichen” können.

  • Die aus dem Takt geratene Mundflora

Mundschleimhautentzündungen sind unangenehm, lassen sich aber mit einigen Tropfen Propolis im Mundwasser gut behandeln. Einfach wie normales Mundwasser anwenden, dabei lediglich darauf achten, dass sie das Mundwasser einige Zeit im Mund belassen.

  • Hautpflege mit Bienenkitt

Propolis ist nicht nur ein wunderbares Hausmittel, es ist zugleich auch ein Pflegemittel, welches der Haut gut tut. Die enthaltenen Flavonoide sind den Hautzellen sehr zugetan, was diese in ihrem Wachstum bestärkt. Es gibt Propolis Creme, die sich wie eine “normale” Hautcreme anwenden lässt.

  • Lippenherpes

Es ist bekannt, dass Propolis Lippenherpes eindämmen kann - allerdings nur dann, wenn Sie es direkt auftragen, sobald sich das erste Kribbeln auf der Lippe zeigt. Hier eignet sich eine Tinktur oder Salbe.

Diese wenigen Beispiele zeigen auf, welch hohen Nutzen Propolis als Hausmittel genießen kann. Allerdings hat propolis auch ein allergenes Potential, deswegen sollte man die Anwendung immer vorab austesten. Geben Sie einfach einen kleinen Tropfen oder Salbenstrang auf eine unverletzte, unempfindliche Hautstelle. Keine Rötung, Schwellung oder sonstiges Ungemach sichtbar? Dann sollten Sie keine Allergie gegen das Bienenkitt haben.

Was sagt die Wissenschaft über das Bienenprodukt?

Es gibt einige Untersuchungen, die die Wirksamkeit gegen verschiedene Erreger belegen. So untersuchte ein Forscherteam, welche Auswirkungen eine Salbe mit Propolis auf Patienten hat, die an einem offenen Bein litten, das Ergebnis zeigte auf, dass die Wunden schneller abheilen, wenn sie mit dem Bienenkitt behandelt wurde. Das zeigt definitiv, dass das Bienenkitt auf Wunden einen positiven Einfluss nimmt.

Quelle: https://www.hindawi.com/journals/ecam/2013/254017/


Eine weitere Studie konnte nachweisen, dass Propolis wertvolle Komponenten für die Gesundheit beinhaltet. Hauptsächlich der oxidative Stress konnte bei den Probanden, die Propolis erhielten, reduziert werden.

Quelle: https://www.hindawi.com/journals/ecam/2017/4272940/abs/


Eine wissenschaftliche Arbeit befasste sich mit den entzündungshemmenden Eigenschaften von Propolis, auch hier überzeugt das Bienenkitt - wenngleich die äußerst positiven Ergebnisse etwas relativiert werden müssen, da es sich um eine kleine Studie mit Tieren handelt. Auch wenn das Ergebnis nicht 1 zu 1 auf den Menschen übertragen werden kann, so deutet es doch die Richtung an, die von der Erfahrungsheilkunde schon lange vorgegeben wird.  

Quelle: http://europepmc.org/abstract/med/7513636

Fazit

Propolis als Hausmittel?

Ja, es ist ein altes, traditionelles und wirksames Hausmittel für leichte Beschwerden. Vor Urzeiten entdeckt, immer wieder vergessen und immer wieder “hervorgekramt”, machte das Bienenprodukt sogar die Wissenschaft auf sich aufmerksam. Propolis wird hauptsächlich überall dort eingesetzt, wo Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten ihr Unwesen treiben. So etwa beim Husten, Schnupfen, Abszess, Fußpilz oder einer Zahnfleischentzündung.

Mehr kann man von einem Hausmittel sicher nicht erwarten, oder?

Ein Aufruf an dich:

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