Thymian: Heilwirkung und Anwendung

Thymian ist neben seiner Eigenschaft als Heilpflanze auch als Küchengewürz, besonders in der mediteranen Küche, bekannt und beliebt. Sogar die alten Römer badeten damals, bevor sie in die Schlacht zogen, in einem Thymianbad, welches ihnen Kraft verleihen sollte. Heutzutage wird Thymian wegen seiner positiven Heileigenschaften in vielen Gärten angebaut. Sogar in Balkontöpfen gedeiht dieses Heilkraut.

An Böschungen, auf Weiden und auf Sand-und Lehmböden gedeiht der Feldthymian bevorzugt. Sein Stengel ist vierkantig, die Kanten sind dicht behaart. Die Blätter sind einförmig und werden bis zu 2 cm groß. Ein Teil der Blütenstände entspringt den Blattachsen, der andere Teil ist eigenständig. Auch die Blütenkelche sind behaart, die kleinen Blüten, die in Kugeln oder Ähren wachsen, sind zartrosa.
Thymian kann bei ganz vielen verschiedenen Symptomen eingesetzt werden. Besonders bewährt hat sich diese Pflanze jedoch bei Erkältungen und Husten, seine antiseptischen und antibakteriellen Wirkstoffe machen dies möglich. Außerdem wirkt er bei Blähungen, bei Blasen- und Nierenerkrankungen. Das Kraut hat auch eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und kann so auch bei Einschlaf- und Schlafstörungen wirksam sein.

Interessant ist, dass Thymian früher in Ägypthen zur Einbalsamierung von Toten verwendet wurde. Belegt ist auch, dass dieses Kraut von den Römern und Griechen eine Opfergabe an die Götter war.

Heilwirkung:

  • appetitanregend
  • verdauungsfördernd
  • krampflösend
  • beruhigend
  • antibakteriell
  • antiseptisch
  • auswurffördernd
  • hustenreizlindernd
  • desinfizierend auf Ausscheidungsorgane
  • menstruationsregulierend

Anwendung bei:

Verwendung von Thymian:

Für die innere Anwendung:
Sie können dieses Kraut unter anderem als Tee, als Tinktur oder als Gewürz in der mediteranen Küche verwenden.

Für einen Teeaufguss verwenden Sie die folgende Menge:
1 TL getrocknetes Kraut mit 1/4 l kochendem Wasser aufgießen. Lassen Sie den Sud 5-10 min ziehen und seihen Sie den Tee anschließend ab. Trinken Sie den Tee in kleinen Schlucken, täglich max. 3 Tassen. Wenn Sie mögen, süßen Sie den Tee gerne mit etwas Honig. Der Tee hat sich bei Verdauungsbeschwerden, bei Mentruationsbeschwerden, bei Erkältungen, Fieber, Harnwegsentzündungen, Husten und Asthma bewährt.

Für eine Tinktur verwenden Sie eine Handvoll getrocknetes Kraut, geben dieses in ein Schraubglas und übergießen das Kraut mit einem hochprozentigen Kornbrand, bis es gut bedeckt ist. Diesen Ansatz lassen Sie nun 4-6 Wochen an einen dunklen Ort reifen. Schütteln Sie das Glas 1 x täglich. Seihen Sie den Ansatz nach der Reifezeit ab und füllen Sie die gewonnene Tinktur in eine dunkle Flasche um, die Sie dann kühl lagern. Nehmen Sie nach Bedarf 3 x täglich 1 TL voll pur oder in etwas Wasser verdünnt ein. Bewährt hat sich diese Einnahme bei Verdauungsbeschwerden und bei Husten.

Thymian Sirup selbst hergestellt: (wirkt besonders gut bei Reizhusten)
50 g getrocknetes Kraut
Saft einer unbehandelten Zitrone
4 EL Honig

Das Kraut übergießen Sie mit 250 ml kochendem Wasser, lassen Sie den Ansatz für 15 Minuten ruhen. Den Ansatz seihen Sie durch ein Mulltuch ab und pressen das Kraut gut aus. Die Flüssigkeit fangen Sie in einem Topf auf. Dieser geben Sie dann den Zitronensaft und den Honig zu. Lassen Sie die Flüssigkeit bei schwacher Hitze für etwa 20 min einkochen. dann abkühlen lassen und in einer dunklen Flasche umfüllen. Nehmen Sie bei Bedarf mehrmals täglich 1 TL voll davon.

Hustensaft aus Thymian selbst hergestellt:
In einem sauberen, trockenen Schraubglas schichten Sie abwechselnd frischen klein geschnittenen Thymian und Honig auf. Die jeweilige Thymianschicht sollte etwa 2 cm hoch sein, anschließend bedecken Sie jede Schicht großzügig mit Honig. Kneten Sie alles gut durch und lassen Sie das Glas an einem dunklen Ort 14 Tage reifen. Auf dem Ansatz hat sich nun eine Flüssigkeit gebildet, welche Sie abgießen. Den Ansatz filtern Sie nun und geben die gewonnene Flüssigkeit in ein Schraubglas, welches Sie kalt stellen. Es wird empfohlen, 3 x täglich 1 TL bei trockenem Husten und zur Schleimlösung bei fest sitzenden Husten, einzunehmen.

Zum Gurgeln bei Hals- und Rachenbeschwerden verwenden Sie die folgende Menge:
2 EL getrocknetes Kraut mit 1/4 l heißem Wasser übergießen, 10 min lang ziehen lassen und abseihen. Morgens und abends damit gurgeln.

Für die äußere Anwendung:
Als Badezusatz hat sich Thymian ebenfalls bewährt. Nehmen Sie dazu 2 EL getrocknetes Kraut und übergießen Sie dieses mit 1/4 l heißem Wasser. Lassen Sie den Sud 10 min ziehen und geben ihn dann ins Badewasser. Diesen Sud können Sie auch für Spülungen und Waschungen bei Hautekzemen und Akne verwenden. Hilfreich ist diese Zugabe auch für Gesichtsdampfbäder bei Akne.
Bei Erkältungen können Sie auch das natürliche Aromaöl aus Thymian für ein Dampfbad oder eine Duftlampe verwenden. Zum Einreiben bei Rheuma kann das Aromaöl ebenfalls hilfreich sein.

Wichtige Inhaltsstoffe:

  • ätherische Öle (Thymol, Carvacrol)
  • Triterpene
  • Flavonoide
  • Bitterstoff
  • Cumarine
  • Harz
  • Zink
  • Saponin
  • Salicylate

Sammelzeit:

Vor, während und nach seiner Blütezeit kann Thymian geerntet werden. Kurz über dem Boden schneiden Sie die Stiele an, binden Sie mehrere Stiele zu kleinen Sträußen und trocknen Sie diese an einem luftigen warmen Ort kopfüber. Anschließend rebeln Sie die Blätter ab und geben diese in ein Schraubglas. Bewahren Sie das trockene Kraut kühl und dunkel auf.

Anderer Name:

  • Immenkraut
  • Feldkümmel
  • Römischer Quendel
  • Kuttelkraut
  • Feldthymian
  • Arzneithymian
  • Zimis
  • Welscher Quendel
  • Demut

Thymus vulgaris (lateinischer Name)

Hinweise:

Vorsicht bei Thymian In der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten! Thymian sollte nicht in großen Mengen zur Anwendung kommen. Wir empfehlen Ihnen, Thymian in der Schwangerschaft nur in Rücksprache mit Ihrem Gynäkologen anzuwenden. Zur Geburt kann Thymian als Tee getrunken werden, er kann die Geburt durch seine krampflösenden Eigenschaften erleichtern.

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